Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.

In einer Biographie markieren Zäsuren sinnvolle und bedeutende Lebensabschnitte. Was für den Einen der Bruch in einem Lebenslauf ist, ist für den Anderen Ausdruck persönlichen Gestaltungswillens. Gleich 'Sollbruchstellen', jenen technischen Überlastungssicherungen, die  in einem Gesamtsystem dafür stehen, größerer Schäden zu vermeiden. Biographien sind weder wahr noch unwahr. Jedoch sind sie sozial, sachlich und zeitlich verortbar. 

'Lebenslanges Lernen' und 'learning by doing' ohne 'gesellschaftsrelevanten' Sinn und Zweck kann für ein Leben mit zu viel Energie und wenig Zielsetzung stehen. Originell ist man(n)/frau damit noch lange nicht. Eher ein Teilstück der facettenreichen Ausprägung einer - nur geographisch eng zusammengerückten - sich aus über sieben Milliarden einzigartiger Biographien zusammengesetzten, (Welt)Gesellschaft.   


Mensch, ärgere dich nicht .

Der eine kommuniziert strategisch, das Ziel fest im Blick.

Ein anderer verströmt Lebensfreude und glaubt an garantierte Gemeinsamkeit.

Der dritte erprobt wechselnde Strategien, vertieft im heiligen Ernst.

Die Handlung fesselt, wir sind im Spiel.

Die Metaebene ist außen vor ...



I

Nachhaltig geprägt durch die ungestüme, karge Landschaft am Fuß der schwäbischen Alb und einen heterogenen Kernfamilienverband. Mr muass gar nix, bloß sterba muass mr, brennt sich ein.

Das Kontrastprogramm, jenes fränkische Fürstendorf, das eingebettet in eine hügelige Weinberglandschaft, den Stillstand der Welt zu beschwören scheint. 

Kindheitsjahre - gegen mein Grundgefühl, das des Stadtmenschen, hat selbst Idylle keine Chance. 

Vielstimmigkeit und Vereinzelung auch in Los Angeles, das zu einem frühen Bezugspunkt wird.

Schulisches Scheitern in diversen Orten und Schulformen - der Wunsch nach einem Studium bleibt.

Taschengeld als 'Junge Kritiker'(in), Aktion einer überregionalen Fernsehzeitschrift.

Prägender Einblick in die Vielfalt sozialer Lebenswelten, als Nanny in Paris. Verantwortung für zwei Kleinkinder einerseits, Annehmlichkeiten des Lebens in einem 5-Sterne Hotel andererseits.

Der Tod reißt unwiderrufliche emotionale Wunden, fordert und fördert Organisations- und Entscheidungsvermögen im selben Moment.

Weder der 'Zweite Bildungsweg', noch der Umzug nach Berlin erweisen sich als Garanten für einen deutschen Schulabschluss oder gar das Abitur. Ohne-Wenn-und-Aber erteilt die Universität von Amsterdam die Studiengenehmigung (Colloquium Doctum).

  

II

Mit der Fachrichtung Grundlagenforschung (''Allgemeine Sozial- und Erziehungswissenschaften") bei Frieda Heyting bin ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Statt, wie in der geisteswissenschaftlich fundierten Pädagogik üblich, normative Wert- und Zielsetzung zu entwerfen, analysieren wir Primärprämissen qualitativ, anhand ihrer Plausibilität in sozialen Lebenswelten.

Die systemtheoretischen Vorlesungen Niklas Luhmanns' in Bielefeld offenbaren dazu das Instrumentarium, und den gesuchten, hohen Erklärungswert. "Anthropologische Philosophie" (Nebenfach) zeigt mir, was ich gedanklich hinter mir lasse. Kommunikationsdesign ('Farbe und Form') als Nebenfach an der GHS Wuppertal bei Bazon Brock u.a., ist an der Amsterdamer Universität erläuterungsbedürftig.

Jedoch das Lernen über Visuelle Kommunikation und Wahrnehmung entpuppt sich als mein Tüpfelchen auf dem i.

Die Archivarbeit zur 'Geschichte der Gestalter-Ausbildung in Wuppertal' (Personengebundenes Stipendiums des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung NRW) weckt mein Verständnis für die 'Theorie vs. Praxis' Diskussion. Zusammen mit der Realisierung der Publikation „Kommunikationsdesign“ ISBN 3-88375-066-2, in Kooperation mit Anke Classen, ein konkreter Bezugspunkt meines unstillbaren Erkenntnisinteresses.

Angesichts von beantworteten Lebensfragen, sind Prädikatsexamen und Lehrbefugnis erfreulich, aber irrelevant. Was bleibt ist das Verständnis dafür, dass die Frage mehr Antworten bereit hält, als die Antwort selbst.

III

Zurück in Deutschland erweist sich der Anspruch, Elternschaft / wirtschaftliche Vollverantwortung / Promotionsarbeit, gleichermaßen gerecht zu werden, als unrealistisch.

Das Angebot in die Info-Grafik für ‚Medical Information - Scientific Service‘ einzusteigen, sichert den Lebensunterhalt. Computerkenntnisse von der Pike auf ist die Zugabe. Die technologische Entwicklung ermöglicht den erneuten Umzug nach Berlin. 'Home-Office' ist die Chance   Erwerbstätigkeit und Elternschaft zufriedenstellend zu verbinden.  Herausfordernd ist die Produktion und Koordination von visuell kommunizierter wissenschaftlicher Information unter stetem Zeitdruck.

Empirie und Datensätze - der Blick auf Unterschiede zwischen natur- und sozialwissenschaftlichen Glaubenssätzen und Perspektiven erweitert sich.

Strukturen und Mechanismen von Konzern-Karrieren zeigen eigene Grenzen und die Schattenseiten von ökonomischen Interessenlagen auf.  Als die Microsoft Software PowerPoint sich als Präsentationstool international durchsetzt, verliert das nunmehr standardisierte Aufgabengebiet endgültig seinen Reiz.  

Schulprobleme, nun die des Nachwuchses, treffen auf ein geschultes Auge: Erworbene Kenntnis erlauben den Schulerfolg (nicht die Lernleistung!) richtungsweisend zu lenken - der Teilleistungsstörung zum Trotz. 

Leserfreundliches Texten stellt die Weiterbildung 'Fachjournalismus und Public Relation' an der Freien Journalisten Schule, Berlin in Aussicht. Meine Unentschiedenheit zwischen Text und Schlagzeile, - der vertiefenden, Übersicht stiftenden Langfassung oder der verkürzenden, auf den Punkt gebrachten Quintessenz - kann sie nicht auflösen.

Branchen und Tätigkeitsfelder wie Pädagogische Einzelfallhilfe, Suchmaschinen-Evaluation, 'Call Performance Monitoring' bauen darauf auf durch optimierte Kommunikation (Intervention) Handlungsfelder  zu erschließen oder effizienter zu gestalten (nicht zuletzt: Gewinne zu maximieren). Ihr Glaube an die Steuerungsmechanismen strategischer Kommunikation entspricht meiner skeptischen und fortwährenden Frage nach den tatsächlichen Möglichkeitsspielräumen und Grenzen persönlicher und sozialer Kommunikation. 

Der die amerikanische Berufswelt bestimmende Pragmatismus entspricht mir - der Umzug nach Los Angeles ist dennoch keine Option - trotz 'Greencard'. Mein Deutsch-Sein möchte Vorort gelebt sein - mit all seiner Widersprüchlichkeit.

Bedingt durch die ins Auge gefasste Berufswahl des Nachwuchses erlebe ich gegenwärtig mit, dass akademische Berufsausbildung und Erkenntnisinteresse einander nicht zwingend bedingen.

 

Fällt die operative Elternarbeit weg ist der Kopf wieder frei. Sehr hilfreich - beim Denken über den Tellerrand hinaus.